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Atlantiküberquerung

Für die Vorbereitung für die Atlantiküberquerung haben wir schlussendlich weniger Zeit als gedacht. Bereits nach zwei Tagen in Las Palmas Gran Canaria bestätigten uns die Wetterexperten von Wetterwelt, dass momentan das Wetterfenster für die Überquerung optimal sei. Kurz entschlossen dachten wir uns "jetzt oder nie" und machten einen Powertag mit den letzten Einkäufen für die Bordapotheke sowie den Einkäufen der Lebensmittel für unsere Überquerung. Hierfür rechneten wir mal grosszügig mit 30 Tagen und hatten entsprechend eine lange Liste sowie, 7 volle Einkaufswagen und eine knapp zwei Meter lange Quittung nach dem Einkauf. Zum Glück wurde dieser Rieseneinkauf an den Hafen geliefert. Sobald die Lieferung eingetroffen sowie eingepufft war, meldeten wir uns am Hafen ab und waren bereit. Wir entschieden, doch noch ein paar Stunden zu schlafen und setzten den Start auf den 3.12. um 5:30.

Der erste Seetag ist sehr ruppig mit viel Wind und entsprechend 2.5 bis 3 m hohen Wellen und einem Speed von 7-9 Knoten (teils bis z 15Knoten). Die Bootstaufe entsprechend ebenso und wir müssen gut überlegen, was wir kochen bzw. essen. Am zweiten Tag ist dann der Wind wie agbestellt und wir müssen den ganzen Tag wie auch die folgende Nacht motoren. Danach gehts dann aber mit ordentlich Wind weiter, sodass wir täglich durchschnittlicht ca. 160 Meilen zurücklegen. Am dritten Tag haben wir zweimal Besuch von Delfinen, die zweite Gruppe ist riesig und begleitet uns knapp eine halbe Stunde. Allmählich spielt sich ein Tagesrhythmus ein, mit Schicktwechseln, reffen, kochen, chillen, lesen und spielen. Ein Leck im Gassystem trübt anfangs etwas unser Gekoche, schnell spielt sich jedoch auch da ein Rhythmus ein und wir öffnen die Gasflasche nur noch einmal pro Tag für eine warme Mahlzeit. Die Nächte sind im dreistunden-Rhythmus durchgehend abgedeckt, sodass wir auf der sicheren Seite sind. Reffen machen wir bei Bedarf jeweils grosszügig und vor Einbruch der Dunkelheit, damit in der Nacht so wenig wir möglich Aktion stattfindet. Am 6.12. kann der Nikolaus leider nicht zu uns aufs Boot kommen, hat sich aber per Flaschenpost dafür entschuldigt und versprochen, nächstes Jahr wieder vorbei zu schauen. Nach sechs Tagen haben wir bereits die ersten 1000 Meilen zurückgelegt und Grund zu feiern. Der Wind bläst unablässlich mit 20-30 Knoten und wir gewöhnten uns an den Wellengang. Die Tage sind ruhig und entspannend. Wir kreuzen nur zweimal einen Tanker, was bereits ein kleines Highlight ist, da uns bewusst wurd, dass es doch noch andere Menschen ausser uns gibt. Abends vom zehnten Tag hören wir plötzlich etwas über Funk und sind erst überrascht und etwas unschlüssig, da sagt eine tiefe Stimme durch den Funk "we can see you". Wir schmunzeln und antworten zurück, es stellt sich als ein anderes etwas grösseres Segelboot heraus, was etwas hinter uns am Queren war. Je näher wir dem Ziel kommen, desto mehr bekommen wir Funksprüche von anderen Segelbooten, die ebenfalls erfreut sind, mal mit anderen Leuten zu reden. Am 21.12. noch in aller Herrgottsfühe sieht man am Horizont viele Lichter, was zu einem lauten Ausschrei "Land in Sicht!" führt. Gleichzeitig mit dieser Entdeckung, ist auch der letzte Rest Gas aufgebraucht. Total happy und gechillt kommen wir dann am 21.12. um 10:30 Ortszeit am Hafen von Martinique an und ergattern direkt noch eine Boje. Wir satten das Dingi und setzten nach 18 Tagen das erste Mal wieder einen Fuss an Land. Komisches Gefühl wenn trotzdem weiterschwankt. Vor dem Einklarieren genehmigen wir uns an der Bar das erste Bier und dazu einen Burger, schmeckt Hammer! Nun heisst es entspannen und erholen und die Karibik geniessen.

 17. Etappe: 18 Tage 9 Stunden, 3059.4 Meilen