Blog

Bye Bye Paradise...

Wir sind nun mittlerweile 3 Monate auf Antigua und haben uns gut eingelebt. Die Seglergemeinde kennt sich untereinander und die Gegend ist auch bekannt. Fast schon wie ein zweites Zuhause. Die Gedanken kreisen aber immer um die kommende Hurrican-Saison und die Möglichkeiten dieser auszuweichen. Es müssen Lösungen her. Wir haben viele Optionen im Kopf, die sich täglich ändern. Einerseits könnten wir das Boot in der Karibik lassen und mit dem Flieger nach Hause fliegen. Die Häfen auf den sturmsicheren Südinseln geben aber nur zögerlich ihre Öffnungspläne bekannt. Grenada als eine der bekanntesten Sommerinseln gibt als erste Insel Massnahmen bekannt. Sie erlaubt beispielsweise die Einreise nachdem eine 2wöchige Quarantäne absolviert worden ist. Viele Segler nehmen dies dankend in Kauf und entscheiden sich dafür. Wir können uns mit dieser Lösung nicht anfreunden. Zu unsicher ist die spätere Situation. Vielleicht kommt ein zweiter Lockdown und man hängt so in Grenada fest. Hinzu kommt, dass der Sommer extrem heiss wird hier und wenn man an einen Ort gebunden ist, kann man der Hitze mit Segeln nur schlecht entfliehen. Die ABC-Inseln halten sich bedeckt und es ist nicht klar, wann dort wieder eingereist werden darf. Auch ist nicht klar, ob Flüge von Grenada nach Europa möglich sind. Somit scheidet die Option in der Karibik zu bleiben für uns aus. Zweite Option wäre das Schiff zu verladen und nach Europa transportieren zu lassen. Es werden viele Zusatzschiffe aufgeboten und viele Segler nehmen davon Gebrauch. Ihnen fehlt die Crew für eine Überquerung oder die Zeit. Auch steckt vielen noch die Atlantik-Überquerung in den Knochen und sie haben keine Lust auf die in der Regel schwierigere Rückfahrt. Die Kosten für eine Verschiffung sind allerdings relativ hoch und hinzu kommen noch die Probleme mit den Flügen nach Europa. Es gehen momentan fast keine Flüge und man müsste dann auf der Insel ausharren bis man einen Flug erwischt. Unser Freund Thomas hat dies auch erlebt. Seine Familie reiste bereits vor einigen Wochen mit einem Rückholungsflug ab und er hat das Boot für den Transport hier in der Karibik vorbereitet. Nach dem Verlad musste er sich um die Flüge kümmern und hat einige Tage bei uns auf dem Boot verbracht. Glücklicherweise konnte er mit einem Rückbringer-Flug der Engländer zurückfliegen und die Insel bereits nach 2 Wochen verlassen. Somit war diese Option für uns auch nicht die Richtige und wir entschieden uns schlussendlich für die letzte: Zurücksegeln nach Europa. Wir müssen den langen Weg auf uns zu nehmen und via die Azoren zurück ins Mittelmeer zu segeln. Glücklicherweise haben wir sogar noch Crew gefunden. Tobias und Dominik, ebenfalls aus der Schweiz, begleiten uns auf dem Rückweg. Dies macht die Reise entspannter und vor allem sicherer. Also gesagt getan. Aber alles nochmals der Reihe nach.

Nachdem wir zurück auf Antigua waren und uns in Jolly reichlich mit Vorräten eingedeckt haben, sind wir in den Norden der Insel in die Non Such Bay - Green Island gewechselt. Die Bucht ist wunderschön und lädt zum Verweilen ein. Man kann baden, schnorcheln, tauchen und den Strand geniessen. Zusammen mit unseren Freunden der Oktant, Catua und Tuesdays Child geniessen wir die Zeit da und halten es so auch längere Zeit aus. Zwischendurch machen wir mal einen Ausflug nach English-Harbour um Einkäufe zu tätigen oder unternehmen mit dem Dingi Erkundungstouren zu den umliegenden Riffen. Eine gute Zeit. Wäre da nicht dieses doofe Corona-Virus. Jeden Tag drehen sich die Gespräche unter den Bootsleuten immer um dieses Thema. Neuigkeiten und Pläne der werden ausgetauscht. Catua hat sich mittlerweile entschieden, nach Amerika zu segeln und den Sommer dort zu verbringen. Sie haben ein Visum für die Einreise und für uns kommt deshalb diese Variante nicht in Frage. Der kommende Abschied fällt uns schwer und es werden einige Tränchen vergossen. Wir hoffen, dass wir sie wiedersehen. Tuesdays Child wird gemeinsam mit ihnen nach USA reisen. Oktant verfolgt die gleichen Pläne wie wir. Sie segeln ebenfalls nach Europa und wollen das Boot dann auf La Gomera, eine der kanarischen Inseln, stationieren. Wir koordinieren deshalb die Abreise mit ihnen, um gemeimsam loszusegeln. Unterdessen gilt es noch einiges zu tun. Der Wassermacher hat nach kurzer Zeit bereits wieder den Geist aufgegeben. Ein neuer Elektromotor muss her. Wir bestellen diesen bei einem lokalen Händler und er sollte in ca. 2 Wochen hier seinn. Zusätzlich hat der Motor wieder gestreikt. Die elektronische Einheit, welche wir bereits gewechselt haben, zickt wieder rum und der Motor lässt sich nicht starten. Auch das muss vor der Überquerung noch repariert werden. Die Lösung haben wir erst wenige Minuten vor der Abreise gefunden. Zufälligerweise hatte ein Händler das nötige Teil an Lager und wir konnten es kurz vor Abfahrt einbauen. Dadmit aber nicht genug. Da wir nur einen Motor hatten zum Hafenmanöver in Englisch-Harbour haben wir den Bug touchiert und etwas Fiberglas abgebrochen. Damit wollten wir nicht nach Europa fahren. So haben wir auch noch das Boot auswassern müssen, um dies zu reparieren. Natürlich machen wir dann auch gleich das Antifouling. Es hat soweit alles gut geklappt. Das Geld, welches wir in den Buchten durch selber kochen und keinen Ausgang gespart haben, müssen wir jetzt doppelt ausgeben. Während der Zeit des Auswasserns haben wir uns ein Hotel gegönnt. Es wäre nicht wirklich toll, im Trockendock bei über 30 Grad ohne Klo zu schlafen. Das Hotel hat uns richtig gut getan. Schlafen im riesigen Bett, Zimmer mit Klimaanlage, Duschen mit viel Wasser, Klo mit Spülung - purer Luxus für uns - herrlich... Parallel hat sich das Timing mit unserer Crew angeglichen. Sie mussten auf ihrem Boot ebenfalls noch Reparaturen durchführen und segelten danach von Martinique nach Antigua. Die Einreise gestaltete sich etwas schwierig, doch schlussendlich hat alles geklappt. Sie haben ihr Boot ausgewassert in Jolly und wir haben sie dort aufgegabelt. Für die Crew auch etwas hektisch, aber sie sind ja noch jung und dynamisch :-) Am 28. Mai hiess es dann: Leinen los. Auf über den Atlantik in Richtung Azoren.

Hier sind wir nun. Mitten auf dem Atlantik. Wir konnten bereits 1800 Meilen hinter uns bringen und knapp 700 Meilen stehen noch an. Die Überfahrt hat sich bis jetzt von allen Seiten gezeigt. Bei einem lauen Windchen haben wir uns mehr Wind gewünscht und bei rauher See mit 35 Knoten umgekehrt. Alles in allem kommen wir aber schrittweise dem Ziel näher und die Stimmung an Bord ist gut. Auch haben wir bereits 3 Fische gefangen und damit unseren Speiseplan aufgebessert. Es gab Fisch vom Grill, Sevice und Fisch aus dem Ofen - Lecker. Wir rechnen nun noch mit 5 Tagen bis wir in den Azoren ankommen. Wir freuen uns darauf. Auch wenn die Überfahrt gut verläuft bis jetzt, bleibt es anstrengend mit den Nachtschichten und dem andauernden Schlafmanko. Nachts knarrt, quietscht und knattert es überall. An tiefen Schlaf ist nicht zu denken. Auch wenn man sich an die Geräuschkulisse gewöhnt hat, weckt einem die nächste Welle bestimmt. Das Boot zeigt sich von der besten Seite. Alles funktioniert einwandfrei. Wenns drauf ankommt, kann man sich auf die "loustic" eben verlassen ;-).

Mittlerweile haben wir auch die letzten 5 Tage geschafft und nach 19 Tagen kommen wir in Horta an. Die letzten 3 Tage waren sehr anstrengend. Konstant Wind umd die 30 Knoten und 3 Meter Welle setzen der ganzen Crew zu. Glücklicherweise begleiten uns Domi und Tobias. Ohne sie wäre es für uns fast nicht machbar gewesen und wir hätten abwettern müssen. Andere Boote haben dies getan, sind dann aber auch 2 bis 3 Tage später in Horta angekommen. Gemeinsam hatten wir aber entschieden, dass wir da durchsegeln und so kamen wir wie gesagt nach 19 Tagen in Horta an. Wir wurden jubelnd von Oktankt empfangen, die uns 2 Tage abgenommen hat. Ihre Strategie mit östlicher zu bleiben und die etwas frühere Abfahrt sind aufgegangen.

Die Azoren selber haben uns aber verhalten Empfangen. Wir durften nur im Hafenbecken ankern. Ein Landgang war aufgrund der Corona-Massnahmen nicht erlaubt. Dementsprechend voll war das Hafenbecken. Ca. 80 Boote haben sich auf engsten Raum das geschützte Hafenbecken geteilt. Glücklicherweise waren die Leute aber nett und haben sich sehr gut um die Boote gekümmert. So hat uns Petes Cafe noch am ersten Abend Essen auf das Boot gebracht. Es war lecker nach fast 3 Wochen wieder mal frische Esswaren zu sich zu nehmen. Natürlich wünscht man sich nach 3 Wochen auf See nichts weiter, als endlich an Land zu können. Die Hafenpolizei informiert uns nächsten Tages, dass wir nach einem negativen Covid-Test an Land dürfen. Wir haben Glück, dass sich die Regelungen bei unserer Ankunft gelockert haben. Andere Boote liegen bereits seit 2 Wochen im Hafenbecken. Ich wäre durchgedreht. Am nächsten Tag konnten wir also nach sanftem Druck durch ständiges Nachfragen den Test durchführen. Ein Röhrchen in die Nase und Schleim von Mund, that's it. Der darauffolgende Tag bringt das erhoffte Ergebnis: Negativ. Also nochmals sanftes Nachfassen und etwas "lästig tun" und wir können nach dem Einchecken endlich an Land. Halleluja. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie gut es tut, die Beine nach 3 Wochen auf See zu vertreten. Gemeinsam mit Oktant geniessen wir die Landgänge. Gehen auswärts essen, machen eine Wanderung und erkunden Horta. Auf den Azoren selber scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Läden erinnern an die 70ger Jahre. Es gibt keine Ketten wie Mc Donalds und Co. Kleine Läden dominieren das Städtchen. Es ist aufgeräumt und schön anzuschauen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Auch hört man, dass man auf den Azoren die 4 Jahreszeiten an einem Tag erlebt und es hat was. Sonne, Regen, Wind und Flaute wechseln sich ab. Die Landschaft selber erinnert an die Schweiz. Alles ist grün und blüht und die Landschaft hügelig. Es gibt zwar keine Berge, aber eine Wanderung auf dem Vulkan erinnert uns an das Gebirge.

Bereits nach 4 Tagen entscheiden wir uns aber wieder, die Insel zu verlassen und Richtung Gibraltar aufzubrechen. Nochmals 1200 Meilen zu bewältigen und wieder ca. 8 Tage auf See. Es ist zwar weniger als die Hälfte, welche wir hinter uns hatten, die Strapazen lagen uns aber noch in den Knochen und so richtig begeistert war niemand aufzubrechen. Unsere Crew möchte aber zeitig in der Schweiz sein und so bleibt uns nichts anderes übrig. Gesagt getan. Am Montag dem 22. Juni brechen wir auf. Nach dem Auschecken, Mittagessen und uns von den Oktanten zu verabschieden gehts los. Auf in Richtung Gibraltar! Bereits zu Beginn zeigt sich guter Wind und wir kommen rasch voran. Leider begleitet uns auch eine unangenehme Welle und die Nacht wird anstrengend. Hinzu kommt noch, dass wir plötzlich einen Riss im Hauptsegel entdecken. Quer durch das Segel hat sich eine Naht gelöst. Wir müssen mit dem 3. Reff weitersegeln und uns überlegen, wie es weitergeht. Den ganzen Weg im dritten Reff kostet uns mindestens 2 bis 3 Tage länger. Wir wollen ja aber so rasch als möglich ankommen. Deshalb entscheiden wir uns, einen Zwischenstopp in Ponta Delgada einzulegen. Es ist der grösste Hafen der Insel Sao Miguel, welche sich ca. 150 Meilen östlich von Faial befindet. Mit dem Handy künden wir bereits unsere Ankunft an und suchen nach der entsprechenden Hilfe. Alle haben uns sehr freundlich begrüsst. Der Hafen gibt uns kostenlos einen Anlegeplatz und der Segelmacher schiebt unsere Reparatur dazwischen. So können wir bereits nach ca. 7 Stunden den Hafen wieder mit repariertem Segel verlassen. Schon fast rekordverdächtig. So sind wir gleichentags noch in die Nacht gefahren und nähren uns Gibraltar. Der Wind zeigt sich gnädig und bläst meist aus Nord. Auch die Wellen haben sich mittlerweile beruhigt und wir segeln dem Ziel entgegegen.

Die Überfahrt wird angenehm. Die Welle hat sich etwas beruhigt und der Wind bläst stetig, aber nicht zuviel. Wir kommen einigermassen gut voran. Wie immer, wird uns aber auch hier nichts geschenkt und die letzten Meilen müssen wir noch kämpfen. Einerseits gegen die Wellen und andererseits gegen den aufkommenden Wind. Kurz vor der Einfahrt nach Gibraltar bläst er bereits mit 38 Knoten. Wir sind aber schon ca. 20 Stunden nur noch mit Motor unterwegs, da wir sonst nicht vorankommen. Bei der Einfahrt blästs uns dann richtig auf die Nase und wir kommen fast nicht mehr voran. Erst als wir in den Kanal einbiegen schiebt uns die Strömung unserem Ziel entgegen. Der Wind läst hier jetzt auch deutlich nach und als wir in La Linea ankommen werden wir einerseits von einem Delfin begrüsst, andererseits ist das Meer flach und der Wind hat komplett abgestellt. Wir kommen gerade rechtzeitig zur Öffnung des Hafenbüros an. Wir habens geschafft!

Der Rest ist schnell erzählt. Wir wollen der Loustic erst mal etwas Pause gönnen. Sie erhält einen Motorenservice, wird von Salz befreit und auf Vordermann gebracht. Danach fliegen wir für eine Weile in die Schweiz, um nach dem Rechten zu sehen. Riesig Lust haben wir darauf nicht, da wir mit den Corona-Massnahmen nicht richtig warm werden. Aber wir freuen uns darauf, die Familie und Freunde wieder zu treffen.


Antigua
16.4. 4 Stunden 58 Minuten, 32.6 NM
20.4. 3 Stunden 50 Minuten, 19.4 NM
21.4. 2 Stunden 19 Minuten, 10.6 NM
1.5. 1 Stunde 19 Minuten, 7.3 NM
1.5. 3 Stunden 15 Minuten, 15.6 NM
12.5. 4 Stunden 50 Minuten, 12.1 NM
26.5. 3 Stunden 36 Minuten, 19.6 NM
26.5. 1 Stunden 37 Minuten, 7.6 NM

Atlantik
28.5. bis 16.6. 19 Tage, 2591 NM - Atlantik-Überquerung
22.6. bis 23.6. 22 Stunden 52 Minuten, 158.6 NM (Zwischenstopp Ponta Delgada)
23.6. bis 30.6. 6 Tage - Atlantik2 Ponta Delgada - Gibraltar, 1021 NM

Total 3896 NM

Und plötzlich ist alles anders...

Nach den Tagen auf Guadeloupe haben wir uns nun entschieden Antigua anzusteuern. Antigua ist die Insel mit einer grossen Segelvergangenheit und Anlaufhafen vieler Segelyachten. Während der Sailing Week Ende April ist alles was mit Wind auf dem Wasser angetrieben wird, hier anzutreffen. Also auf nach Antigua. Wir laufen von Deshaies direkt in Jolly Harbour ein. Die Überfahrt verläuft wieder mal unspektakulär. Mit einem Windwinkel von 60 Grad und ca. 15 Knoten Wind sind wir mit 7 bis 9 Knoten unterwegs. Nach einigen Stunden sehen wir bereits Antigua und segeln daran vorbei Richtung Jolly Harbour. Hier heisst es aufpassen. Es gibt viele Untiefen und die Strände sind alle mitsamt sehr flach. So ankeren wir auf ca. 4 Metern vor Jolly Harbour und verbringen dort die Nacht bevor wir am nächsten Tag einklarieren wollen. Das Wasser ist türkis und erinnert an Postkarten aus Südseeinseln. Auch die Strände sind mit dem hellen Strand schön anzuschauen und geben gute Fotomotive ab. Am nächsten Tag klarieren wir dann in Jolly Harbour ein und erkunden gleichzeitig auch das Hafengelände. Es erinnert sehr an die Rodney Bay auf St. Lucia. Alles ist gut sortiert und europäisch angehaucht. Der Supermarkt bietet alles was das Herz begehrt. Es sind zwar keine Schnäppchenpreise, aber wenigstens bekommen wir alles. Wir machen uns dann von Jolly Harbour auch auf die Hauptstadt Saint John zu erkunden. Die Busfahrt dauert ca. 30 Minuten und kostet 3 Karibische Dollar. Umgerechnet ca. CHF 1.5 - faire Preise. Wir sehen so auch gleich etwas von der Insel. Saint John selber glänzt nicht mit Reizen. Am Hafen wo die Kreuzfahrtschiffe einlaufen ist alles fein rausgeputzt. In der Innenstadt siehts eher älter und dreckig aus.

Wir bleiben noch einen Tag in Jolly Harbour. Unsere Freunde von der Oktant kommen nach und wir warten hier auf sie. Nach deren einklarieren verlassen wir Jolly Harbour allerdings und ziehen weiter zum English Harbour. Die Überfahrt ist eigeWir ntlich kurz und wir motoren die Strecke ab. Auf halber Strecke weht uns der Wind voll auf die Nase und die Wellen bremsen uns auf 3 bis 4 Knoten ab. So wird die Überfahrt doch etwas länger und wir entscheiden uns, in Fallmouth Harbour abzubiegen und dort zu ankern. Die Bucht ist gut geschützt und das Wasser gegenüber Jolly Harbour klar. Es ladet zum Baden und Verweilen ein. In Fallmouth Harbour treffen sich die auch die "grossen Jungs" mit ihren Booten weit über 60 Fuss. Eine Regatta liegt an und es ist eindrücklich anzusehen wie die Schiffe die Bucht verlassen und sich mit ihren "Riesentüchern" messen. Fallmouth selber ist eher touristisch geprägt. Restaurants reihen sich aneinander und man bekommt ziemlich alles. Zu Fuss kann man auch den English-Harbour erreichen. Eine alte Festung aus der Kolonialzeit. Eindrücklich anzusehen und auf jeden Fall einen Besuch wert. Bei unserem Spaziergang wurden die letzten Ruderer aus der Atlantik-Überquerung begrüsst. Die Leistung der Athleten ist eindrücklich oder dumm - je nachdem wie man es sehen möchte - aber alleine 3 Monate rudernd auf hoher See erfordert eine ausgesprochene Kondition und mentale Stärke.

Und dann kam alles anders... Bis anhin hatten wir nur in den Medien den ganzen Rummel um Corona in Europa mitbekommen. Schulen werden geschlossen, Läden geschlossen, Ausgangssperre, etc. Auf Antigua hat man davon noch nichts gespürt, aber die Unsicherheit in der Bevölkerung wurde ebenfalls grösser. Wir haben deshalb vorsorglich mal unsere Vorräte aufgestockt und Diesel gebunkert. Falls wir ausgewiesen worden wären, müssten wir für eine Atlantik-Überquerung gewappnet sein. Dann ging es auch hier Schlag auf Schlag. Insel um Insel wurde geschlossen. Einige mit sanften Massnahmen, andere mit kompletten Lockdown. Die Schraube wurde fast stündlich angezogen. Man konnte sich in der Karibik kaum mehr bewegen. Die Inseln wollten keine neuen Gäste aufnehmen und haben deshalb dicht gemacht. Für uns heisst dies, bleiben wo wir sind, bis weitere Infos bekannt werden. Innerhalb der Inseln konnten wir uns noch bewegen, wir wollten aber auf sicher gehen und erstmal hier bleiben. Es wurden fast zwei Wochen daraus. Wir haben uns dann entschieden, nochmals nach Jolly Harbour zu wechseln. Einerseits brauchte ich dringend Ersatzteile für den Motor, andereseits wollten wir uns im Supermarkt in Jolly Harbour nochmals richtig eindecken. So machten wir uns auf den Weg nach Jolly Harbour. Nach zwei Tagen ist dann unser Teil auch eingetroffen und wir haben uns gleichentags auf die Nachbarinsel Barbuda aufgemacht. Es gab zu dieser Zeit noch keine Ausgangssperre und die Insel wurde als die Insel mit den schönsten Stränden angepriesen. Der Transfer war nur möglich, weil Barbuda und Antigua zusammengehören und keine neue Einklarierung nötig gewesen war. Vor der Abfahrt haben wir unsere Cruising Permission noch um 2 Monate verlängert und sollten so auf der sicheren Seite sein bezüglich der Aufenthaltsbewilligung. Die Überfahrt hat Spass gemacht. Wir konnten wieder mal das Code 0 einsetzen und nach so langer Hafenzeit hat das Segeln richtig guten getan. in Barbuda angekommen haben wir uns in der Low Bay niedergelassen und auf 2 Meter geankert. Die Strände hier sind wirklich phänomenal. Heller Sand - Türkis Wasser - Endlos und keine Leute. Ein Traum. Wir haben von hier aus den Hauptort Coddrington besucht und die Insel mit einem Guide besichtigt. Viel gibt es nicht zu sehen, aber die Vegetation ist spannend. Er schenkt uns zum Abschied noch 4 Langusten, die wir am Abend genüsslich mit Freunden grillen. Parallel werden die Schrauben auf Antigua und Barbuda aber nun angezogen: Ausgangssperre. Leute dürfen nur noch morgens in Gruppen von max. 2 auf die Strasse zum Einkaufen. Ansonsten muss man auf dem Boot bleiben. Wir halten uns nur teilweise daran, interessiert es doch niemanden ob wir am Strand sind oder nicht. Nach einigen Tagen wechseln wir nochmals die Bucht. Mit unseren neuen Freunden von der SY Catua und Tuesdays Child gehen wir auf Lobsterjagd. Erfolgreich. Es gibt bereits wieder Lobster zum Abendessen. Wir kaufen von den Fischern auch noch einen Red Snapper ab und lassen es uns gutgehen. Nach einer Woche wechseln wir dann in den Süden zu Spanish Point. Hier gibt es einige Boote mehr und wir sind nicht mehr ganz alleine. So halten wir uns hier auch an die Ausgangssperre und verweilen auf dem Boot. Die Kinder machen ab zum Spielen und wir können Schnorcheln oder Chillen. Viel gibt es nicht zu tun. Die Ausgangssperre wurde mittlerweile auf eine zweite Woche ausgedehnt.

Die Versorgung bleibt aber weiterhin gut und wir können die alltäglichen Dinge hier kaufen. Allerdings drängt sich für uns eine neue Planung auf. Ursprünglich wollten wir das Boot in der Karibik lassen um nochmals eine Saison anzuhängen. Mittlerweile können wir aber die sicheren Inseln im Süden nicht mehr anlaufen aufgrund der Eingangssperre. Somit gewinnt die Option zurücksegeln an Gewicht, wofür wir gerne noch etwas Crew hätten. Die Frage ist auch wohin wir segeln sollen. Die Azoren, die Anlaufstelle nach der Atlantiküberquerung nimmt keine Boote mehr auf. Auch die anderen Häfen in Europa sind zu. Uns bleibt also nichts anderes übrig, als abzuwarten und darauf zu hoffen, dass sich die Situation bald normalisiert.

So bleiben wir gefangen im Paradies...

21. Etappe, 125 NM

4.3. 7 Stunden, 48 NM
7.3. 3 Stunden 45 Minuten, 10.9 NM
24.3. 3 Stunden 23 Minuten, 10.7 NM
26.3. 5 Stunden 34 Minuten, 36.4 NM
2.4. 45 Minuzrn, 3.5 NM
6.4. 4 Stunden 24 Minuten, 15.7 NM

Ab nach Norden...

Die Tage in Martinique sind rasch erzählt: Einkaufen, Motorenservice, ausklarieren, fertig... Martinique ist schon etwas wie zu einem Heimathafen geworden. Die Infrastruktur ist gut und man kann sich gut mit Material und Dienstleistungen eindecken. Man hat es aber auch schnell wieder gesehen. Deshalb hiess es bereits nach 3 Tagen wieder "Leinen Los". Auf nach Dominica in Richtung Norden. Die Überfahrt war relativ kurz, jedoch noch von einigen Wellen und Böen bis knapp 30 Knoten begleitet. Dies ist mittlerweile fast Routine für uns und wir kamen rasch und ohne Zwischenfälle auf Dominica an. Anlaufstelle war die Bucht von Roseau. Aufgrund der Tiefe mussten wir dort an eine Boje. Es war 22 Uhr bei der Ankunft, es hat jedoch alles gut geklappt mit dem Anlegen. Für die nächsten Tage ist viel Wind angesagt und wir entscheiden deshalb, uns Zeit in Dominica zu lassen. Aufgrund der hohen "Berge" - als Schweizer würde man sagen "Hügel", ist die Bucht gut windgeschützt. Die Insel selber fällt durch den Regenwald-Bewuchs auf. Es sind nette Leute, die nicht in Saus und Braus leben. Wir haben die Insel ausgiebig mit Touren erkundet. Wasserfälle, Flussläufe, etc. gehörten zum Programm. Nach einigen Tagen haben wir von der Bucht Roseau in die Ruperts Bay gewechselt. Hier kümmert man sich sehr gut um die Gäste, welche mit der Yacht anreisen. Man hat erkannt, dass es besser und nachhaltiger ist, Dienstleistungen zu verkaufen anstatt die Gäste zu bestehlen. Überall werden wir freundliche begrüsst und man fühlt sich willkommen. Bei der Überfahrt von Roseau zur Ruperts Bay haben wir sogar zum ersten Mal Wale gesehen. Einheimische haben erzählt, es gäbe hier soviele Wale, weil man keine Tintenfische jage.

Insgesamt haben wir ca. 2 Wochen auf Dominica verbracht, bevor wir weiter nach Guadeloupe gezogen sind. Auch diese Überfahrt ist eher kurz und unspektakulär verlaufen. Anlaufstelle auf Guadeloupe waren die vorgelagerten Inseln "Les Saints". Die Inseln sind sehr charmant und erinnern uns stark an Poquerolles in Süd Frankreich. Nicht verwunderlich, gehört Guadeloupe doch ebenfalls zu Frankreich, wie Martinique. Der Stilbruch ist dementsprechend auch wieder gross. Aus der eher ärmlichen Insel in Dominica kommt man in der Zivilsation an und das nur in wenigen Stunden Fahrt. Die Inseln vor Guadeloupe sind schnell erkundet, kann man sie doch in kleineren Wanderungen komplett ablaufen. Die Strassen laden zum flanieren ein und die Geschäfte sind europäisch gewohnt gut sortiert. So liegen wir einige Tage vor Bourg an der Boje - dem kleinen Hafenstädtchen - bevor wir uns entscheiden, die Insel und die Bucht zu wechseln. Wir verbringen nochmals 2 Tage dort, bevor wir auf die "grosse Insel" wechseln. Die Ausflüge auf den Inseln waren abwechslungsreich. Das Fort Napoleon zeigt etwas die Geschichte der Inseln und ist kurzweilig anzusehen. Auf der Überfahrt nach Guadeloupe haben wir dann endlich auch wieder mal einen Fisch gefangen. Einen schönen Thunfisch, den wir später mit unseren Freunden von der "Oktant" zu Sushi verarbeitet haben. Es war lecker.

Auf der "grossen" Insel Guadeloupe steuern wir die Hauptstadt "Point a Pitre" mit ihrem Hafen an. Es ist wieder mal Zeit einzukaufen und die Vorräte aufzufüllen. Leider ist hier gerade Karneval und alles ist wie ausgestorben. Drei Tage läuft gar nichts und alle Geschäfte sind geschlossen. So warten wir halt die 3 Tage ab, gehen dafür aber in ein riesiges Einkaufszentrum und decken uns bei Decathlon und Carrefour mit allem ein, was wir benötigen (oder auch nicht benötigen :-). Die Hauptstadt selber ist etwas entäuschend. Alles sieht doch sehr mitgenommen aus und erinnert nicht an europäische Standards. Leider hatten wir keine Zeit mehr für das Sklavenmuseum. Es soll interessant sein anzuschauen. Wir kommen ja aber nochmals und finden dann vielleicht die Zeit.

Nach 4 Tagen haben wir uns entschieden weiterzufahren in die nächste Bucht. Wir wollen mal wieder ankern, sodass wir baden können. In der Marina ist die Hitze jeweils unerträglich. Auf der Weiterfahrt ausgangs Point a Pitre haben wir fast einen schlafenden Wal überfahren. Er war schlecht zu sehen und als wir ihn ca. 5 Meiter längseits hatten ist er abgetaucht. In der Abenddämmerung ankern wir in der Bucht um "Riviere Sens" und wussten schon, dass wir hier nur eine Nacht verbringen wollen. Der Weg sollte uns nach Deshaies führen. Auf dem Weg dorthin haben wir eine Mail mit 10 schönsten Ankerplätzen der Karibik erhalten. Die meisten davon haben wir bereits gesehen. Wie es aber der Zufall will, liegt auf unserem Weg eine Bucht-Empfehlung: Mandelure. Also entschliessen wir uns kurzentschlossen, dort einen Halt einzulegen. Die Bucht ist eher unspektakulär, aber vorgelagert gibt es eine Insel mit einem sehr schönen Korallenriff und wir verbringen die Tage hier mit Schnorcheln und Tauchen. Das Gebiet gehört zu einem Nationalpark nach Costeau benannt und der Besuch hat sich gelohnt. Nach zwei Nächten haben wir unseren "alten" Plan wieder aufgegriffen und uns Richtung Deshaies aufgemacht. Es ist ein kurzer Weg und bereits nach ein paar Stunden sind wir da. Deshaies ist ein kleines Städtchen mit vorgelagerter Ankerbucht. Ein Delphin begrüsst uns bei der Einfahrt und kreist um unser Boot. Er besucht die Bucht noch des öfteren und wir sehen ihn noch mehrmals. Auch Schildkröten sind hier heimisch. Ansonsten hat man es schnell gesehen und wir planen bereits die Abfahrt nach Antigua.

20. Etappe, 189 NM

5.2. 9 Stunden 46 Minuten, 67 NM
9.2. 4 Stunden 24 Minuten, 20.7 NM
16.2. 3 Stunden 52 Minuten, 22.2 NM
24.2. 5 Stunden 46 Minuten, 22.4 NM
28.2. 6 Stunden 1 Minute, 25.8 NM
29.2. 4 Stunden, 19.3 NM
2.3. 3 Stunden 11 Minuten, 11.5 NM

Zurück in den Süden - Saint Lucia

Angekommen in Martinique haben wir unsere Gäste verabschiedet. Es war ein coole Zeit und haben uns über die gemeinsamen Stunden und Erlebnisse gefreut. Der Abschied ist nicht leicht gefallen. Aber wir schauen schon wieder nach vorne und suchen die neuen Abenteuer. Der Plan sieht so aus, dass wir Saint Lucia nochmals besuchen. Wir haben die Insel auf dem Weg nach Süden nur kurz gestreift und nicht weiter angeschaut. Deshalb segeln wir die knapp 20 Meilen nochmals nach Saint Lucia, um die Insel genauer zu erkunden.

Die Überfahrt ist unspektakulär und die karibische See zeigt sich von der besten Seite. Nur wenig Wellen und guter Wind. So zeichnet sich die Karibik meistens aus und segeln macht so richtig Spass. Vor allem mit einer Outremer. Wir sind hier selten mit weniger als 7 bis 8 Knoten unterwegs und segeln oft auch im 2stelligen Bereich. So kommt man rasch voran und ist schneller am Ziel.

Anlaufstelle auf Saint Lucia war die Rodney Bay. Hier landet auch die ARC, eine Rallye mit hunderten Schiffen jeweils im Dezember. Wir haben bereits viele Freunde hier gefunden und viele davon sind mit der ARC gefahren. Wir haben vorne in der grossen Bucht geankert. Es hat jeweils genug Platz hier. Die Tortuga, ein Schwesterschiff von Outremer hat sich auch dazugesellt und wir verbringen ein paar Tage in der Bucht. Einklarieren ist einfach. Durch einen Kanal gelangt man in die Rodney Marina. Alles topschick und topmodern. Wir machen auch einen Ausflug und besuchen das Dörfchen nebenan. Hier sieht man schon mehr Armut.

Nach ein paar Tagen beschliessen wir, weiter Richtung Süden zu ziehen. Marigot Bay soll unser nächstes Ziel sein. Einerseits hat der Schwell zugenommen und die Nächte werden unruhiger, andererseits haben wir hier langsam alles gesehen. Die Abfahrt gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht. Die Ankerkette hat sich um einen Stein gewickelt und wir bekommen den Anker nicht hoch. Nach einigen Versuchen müssen wir tauchen. Zum Glück haben wir die Ausrüstung dabei. Ohne wäre es schwierig geworden. Die Sicht ist superschlecht und nach einigem würgen und ist die Kette dann endlich wieder frei. Ab zur Marigot Bay.

Die Marigot Bay ist eine wunderschöne Bucht in der Mitte der Insel. Sie ist geprägt von einem Hotelkomplex und wir haben uns für einen Platz in der Marina entschieden. So können wir die Hotelanlage mitbenutzen und haben mal den Pool für einen Tag genossen. Süsswasser anstatt Salzwasser ist auch mal nicht schlecht - und ohne Sand kann auch mal nicht schaden.

Von der Marigot Bay aus haben wir auch einen Ausflug zur Inselerkundung gemacht. Mit dem Taxi geht es Richtung Süden, wo wir unter anderem ein paar Dörfer besucht haben, die aktiven Vulkane sehen und riechen sowie die Pitons aus der Nähe betrachten können. Es ist ein schöner Tag und wir werden von Anja und Beni mit ihren Kindern begleitet. Die Kinder sind am Abend todmüde.

Nach der Marigot Bay wollen wir noch etwas strandfeeling und haben uns mit Motor in die nächste Bucht begeben. Anse Cochon. Wunderschön zum Baden und relaxen. Es hat sogar ein Wrack zum Erkunden. Tauchen dürfen wir allerdings nicht, ist nur den locals erlaubt oder mit Guide.

Abschluss von Saint Lucia ist dann die Soufriere Bay ganz im Süden. Wir haben dort noch eine Nacht an der Boje verbracht, bevor wir uns wieder auf den Weg nach Norden machen. Beni und Anja fahren mit der SY Anduril weiter nach Süden und unsere Wege trennen sich hier. Wir hoffen wir sehen sie bald wieder.

Nach einem Stop in der Marigot Bay für eine Nacht und der Rodney Bay, um auszuklarieren haben wir dann den Weg zurück nach Martinique bestritten. Es gibt mal wieder was am Boot zu tun und Vorräte aufzufüllen. Martinique ist dafür ideal. Nächstes Ziel soll Dominica sein. Wir haben die Oktant wieder in Martinque getroffen und wollen eine Zeit gemeinsam weitersegeln.

19. Etappe, 93.7 NM

16.1. 3 Stunden 51 Minuten, 24 NM
20.1. 4 Stunden 24 Minuten, 14.3 NM
24.1. 1 Stunde 32 Minuten, 6.1 NM
26.1. 2 Stunden 12 Minuten, 8 NM
27.1. 2 Stunden 23 Minuten, 9 NM
28.1. 2 Stunden 27 Minuten, 9.2 NM
29.1. 4 Stunden 11 Minuten, 23.1 NM

Inselhopping im Süden

Wir verbringen ruhige Weihnachtstage in Martinique und besichtigen mit einem Mietauto Forth de France. Die Hauptstadt von Martinique glänzt nicht mit ihrer Schönheit, sodass wir am Schluss in einer Shoppingmall landen. Auf dem Rückweg gabeln wir am Flughafen direkt Sarah auf und sind nun bereit für die Weiterfahrt.
Den ersten Schlag halten wir kurz und landen nach ca. 3 Stunden Fahrt in der Bucht "La petite anse du diamond" immer noch in Martinique. Hier finden wir einen wunderschönen Ankerplatz mit Bademöglichkeit und sichten vom Boot aus sogar bereits die eine oder andere Schildkröte - was für ein Highlight. Die Entscheidung am Abend im kleinen Dörfchen eine Pizza zu essen, stellt sich leider als Fehler heraus, naja, man kann nicht überall gewinnen.


Am nächsten Tag fahren wir bereits weiter Richtung Süden. Wir legen nur einen kurzen Zwischenstop in der Rodney Bay auf Saint Lucia ein, um zu übernachten, da wir schnell weiter nach Süden möchten. Bereits die nächste Insel St. Vincent ist ein neues Land und wir nutzen die Bucht von Cateaubelair zum einklarieren. Leider ohne Erfolg, da der Zoll gerade heute nicht arbeitet. Nach einem kleinen Rundgang durch das Dorf mit Führung durch einen Einheimischen, sind wir zurück aufs Boot. Hier leben die Leute bereits sehr einfach, sodass sie sich über einige Kinderkleider und Spielsachen freuen. Wir entscheiden, am nächsten Tag direkt nach Bequia Port Elizabeth zu fahren, um dort endlich einzuklarieren. Hier funktioniert es (nach der Bezahlung von 180 ECD) ohne Probleme. Wir treffen einige bekannte Segler, die ebenfalls mit Kindern unterwegs sind und entscheiden, hier Silvester zu verbringen. Es wird ein gemütliches Beisammensein mit Lobster vom Grill und vielen selbstgemachten Spezialitäten. Um Mitternacht übertrifft das Feuerwerk sogar unsere Erwartungen.


Nach zwei Tagen zieht es uns bereits weiter nach Süden. Unser Ziel ist die "Salt Whistle Bay" in Mayreau. Wir staunen nicht schlecht, als sich diese als richtig kitschige Postkarten Karibikbucht herausstellt. Nach der ersten Nacht vor Anker können wir unseren Ankerplatz verlegen und stehen in der ersten Reihe, direkt am Strand. Kurz rüber schwimmen, Sandburgen bauen, schwimmen lernen ohne Schwimmflügel oder schnorcheln - das ist hier alles kein Problem. Wir geniessen die Bucht in vollen Zügen.


Natürlich wollten wir auch den Nationalpart neben Mayreau nicht auslassen und haben die Tobago Cays besucht. Wir schauen uns via Dingi einige Inseln an und entdecken Krebse, Leguane, Schildkröte sowie eine grosse Vielfalt an Vögeln. Am Nachmittag erkunden wir via Schnorchel die Wasserwelt und sind sehr beeindruckt davon. Trotz geringer Tiefe und wenigen Korallen ist die Vielfalt der Fische sehr gross und bunt. Neben Drückerfischen sehen wir Moränen, Papagaienfische und viele mehr. Nach gemeinsamer Besprechung, haben wir auf Union Island verzichtet und sind lieber nochmals nach Mayreau zum Baden gefahren.

Die Zeit vergeht wie im Fluge und wir müssen bereits unsere Rückreise nach Martinique planen, da unser Besuch von dort die Rückreise antritt.
Nach dem Ausklarieren und einer Übernachtung in Bequia sind wir zügig zurück gefahren. Die Wellen haben mittlerweilen zugenommen und auch der Wind ist stärker als bei der Fahrt nach Süden. So wird die Rückfahrt, hart am Wind, etwas anstrengender als die Hinfahrt. Zurück in Martinique verabschieden wir unsere Gäste und nehmen den bereits abgemachten Termin mit dem Mechaniker war. Der Baum sowie ein kaputter Stuhl sind nun repariert und wir, als Standartcrew, bereit für Neues.

18.Etappe: 255.2 Meilen